Hier wird der Trüffel nicht einfach serviert – er wird gefeiert, inszeniert und zelebriert. Und auch wer dem erdigen Pilz wenig abgewinnen kann, erlebt hier besonderen Genuss.
Schon beim Eintreten zeigt sich der eigene Rhythmus des Hauses: Der Empfang ist
entspannt, professionell, angenehm zurückhaltend. Warmes Licht, schwere Kronleuchter, Bücherregale und ein Kaminfeuer – künstlich, aber stimmungsvoll – schaffen eine Atmosphäre, die zu dem verschneiten Januarabend passt.
Ein fruchtig-frischer Auftakt
Der Aperitif folgt rasch, dazu ein kleiner Gruss aus der Küche. Ein leichter, fruchtiger Einstieg mit Orangennoten, der neugierig auf das macht, was noch kommt.
Die Neugierde lohnt sich. Das Foie Gras Escalope überrascht selbst Skeptiker. Auf einer Brioche, begleitet von süsslichem Madeirajus, überzeugt es mit seidiger Textur. Ein Glas frisch-fruchtiger Weisswein passt perfekt dazu.
Der Hauptdarsteller wird inszeniert
Der grosse Auftritt gehört jedoch dem Namensgeber des Hauses: dem Trüffel. Schwarz oder weiss, je nach Saison. Er wird unter einer Speiseglocke auf einem Servierwagen zum Tisch gefahren und in der behandschuhten Hand dem Gast präsentiert. Frisch am Tisch darf man riechen und Fragen stellen. Dann kommt die dampfende Pasta, darüber wird der Trüffel frisch gehobelt. Der Gast entscheidet, wann genug ist. Kein Stress, kein Theater. Einfach ein Augenblick, der hängen bleibt.
Nicht nur der Trüffel wird gefeiert
Zwischendurch wird es kurz lebendig: Am Nachbartisch hat jemand Geburtstag, das Il Tartufo Team singt, es wird gratuliert, kurz gelacht. Danach kehrt Ruhe ein. Gerade dieser Moment zeigt, wie viel Herzlichkeit hinter der professionellen Zurückhaltung steckt.
Zurück zum Kulinarischen: Auch ohne Trüffel überzeugt das Menü. Das Rindsfilet ist saftig, die Kräuterkruste aromatisch. Der Thunfisch kommt aussen knusprig, innen butterweich daher, begleitet von Gremolata und Umami-Sauce. Ein vollmundiger Amarone della Valpolicella rundet den Hauptgang ab.
Hommage an den Hauptdarsteller
Nach diesem Finale der herzhaften Speisen leitet das Menü behutsam in die süsse Welt über: Das Dessert ist eine Hommage an den Hauptdarsteller des Abends, den Trüffel. Das Trüffel-Tiramisu: luftig, leicht, nicht zu süss. Alternativ bietet sich die Kokosmousse mit Mango an – frisch wie ein Wind an einem lauen Sommerabend.

Die Handschrift des Hauses
Zum Schluss schaut der Küchenchef Federico Finessi vorbei. Er lächelt, fragt, ob alles gepasst hat. Unaufgeregt, fast schüchtern. Die Bescheidenheit ist sympathisch, vor allem wenn man weiss, welchen Weg er hinter sich hat: Seine Kunst hat Finessi an der renommierten Kochakademie ALMA in Parma gelernt, bevor ihn seine Karriere über die italienische Spitzengastronomie in die Schweiz führte – unter anderem als Küchenchef ins «Rigiblick» am Zugersee und ins «Puro» in Zürich.
Im Il Tartufo ist Finessi nun Küchenchef und Gastgeber zugleich. Mit jedem Gericht, jedem Detail im Raum zeigt er seine Handschrift – sichtbar nicht nur auf dem Teller, sondern spürbar im ganzen Ambiente: Hier gibt es keinen lauten Luxus. Dafür einen Ort, an dem man sich wohlfühlt. Egal, ob man wegen des Trüffels kommt – oder einfach wegen des guten Essens.
Weitere Informationen:
www.iltartufo-zurich.com






































